Di. Aug 3rd, 2021

Jeder halbwegs ambitionierte Griller / Pitmaster hat sich schon einmal mit dem Thema Spareribs auseinander gesetzt, sind sie doch eines der populärsten und beliebtesten Gerichte in der Welt des typisch amerikanischen BBQ.

Mit der Methode die ich euch heute vorstellen möchte, gelingen die Ribs sicher und, solltet ihr alles richtig gemacht haben, werden sie butterzart und saftig sein, so das sich die Knochen mit den Fingern aus dem Fleisch ziehen lassen!

Die Art der Zubereitung funktioniert unabhängig von eurem Grillgerät, ob ihr die Ribs im Kugelgrill oder Watersmoker mit Minionring zubereitet, einen Gasgrill oder gar einen Pellesmoker verwendet, spielt absolut keine Rolle.
Wenn ihr die Ribs in einem Grill mit Minionring zubereitet, achtet nur darauf, das der Grill oder Smoker wirklich gut eingeregelt ist.
In der Regeln dauert es ein Weilchen bis die Temperatur mit einem Minionring konstant gehalten wird und der Grill „rund“ läuft. Seid also geduldig, auch wenn es schwer fällt 🙂

Ich verwende zum Räuchern der Ribs immer gerne Apfel- oder alternativ Buchenholz.
Hinweis zum Minionring: Platziert die Woodchunks oder Räucherchips im ersten Drittel des Rings, damit der Rauch auch wirklich in der ersten Zubereitungsphase ans Fleisch kommt!
Im Gasgrill gebt einfach eine Räucherbox in Phase 1 mit in den Garram.
Ich denke der Pelletsmoker ist selbsterklärend, füllt den Pellettank einfach mit den entsprechenden Pellets 🙂

Wie es der Name 3-2-1 Ribs schon andeutet, werden die Ribs in 3 Phasen Zubereitet:

  1. In dieser Phase werden die Ribs 3 Stunden bei niedriger Temperatur (110 – 115°C) geräuchert
  2. In Phase 2 steht das Dämpfen an, dafür packt ihr die Leitern zusammen mit einer Flüssigkeit in Alufolie oder einen Behälter den ihr mit Folie abdecken könnt und dämpft die Rippchen bei ca. 150°C für 2 Stunden
  3. Phase 3 kümmert sich um das Finish eurer Spareribs. Bei ca. 110°C werden Sie jetzt mit einer BBQ Soße für 1h glasiert.
    Ob ihr selbst eine Soße kocht oder euch der Einfachheit halber einer fertigen bedient, bleibt euch überlassen. Ich habe es mit beidem probiert und funktioniert haben beide Varianten.

Zubereitung

  1. Am Tag bevor ihr die Ribs servieren wollt, beginnt es mit dem abziehen der Silberhaut. Geht dafür mit dem Stil eines Löffels vorsichtig an einem Knochen entlang und löst so einen Teil der Silberhaut ab. Sobald ihr sie mit den Fingern greifen könnt, zieht ihr sie komplett ab. Dieser Schritt ist wichtig, damit die Rippchen sich später auch gut vom Knochen lösen und schön Zart zu essen sind.
  2. So vorbereitet massiert ihr sie großzügig mit einem Rub eurer Wahl von beiden Seiten ein. Ich benutze gerne Magic Dust von Ankerkraut für einen klassischen BBQ Geschmack. Eine zweite, nicht sehr amerikanische, Variante die ich sehr mag, ist eine Kräuterwürze. Dazu aber am Ende etwas mehr Informationen *
  3. Wenn ihr ein Vakuumier Gerät habt, vakuumiert die Rippchen und lasst sie für mindestens 12, besser 24 Stunden im Kühlschrank ziehen.
    Solltet ihr keinen Vakuumierer zur Hand haben, könnt ihr sie auch fest in ein paar Lagen Frischhaltefolie einwickeln. Macht das aber sorgfältig, durch Salz und Zucker in den Rubs, ziehen die Rippchen Flüssigkeit und die wollt ihr vermutlich nur ungern in eurem Kühlschrank verteilt haben.
  4. Am Folgetag, also 12 bis 24h nachdem die Ribs gewürzt wurden, ist es an der Zeit den Grill vorzubereiten. Regelt euren Grill auf 110°C ein.
    Sobald ihr diese Temperatur konstant habt, könnt ihr die Rippchen auflegen. Als Spareribshalter hat sich die Deckelhalterung aus einem bekannten schwedischen Möbelhaus durchaus bewährt. Sollte es platztechnisch gehen, könnt ihr die Ribs aber auch einfach so auflegen!
    Jetzt startet Phase 1 – Die Ribs werden für 3 Stunden geräuchert.
  5. Nach diesen 3 Stunden nehmt ihr die Leitern vom Rost und packt sie in einen Behälter der für den Grill geeignet ist, füllt etwas Flüssigkeit ein und verschließt ihn gut mit Alufolie bzw. wenn vorhanden packt einen dichten Deckel drauf. Als Flüssigkeit bewährt hat sich naturtrüber Apfelsaft, je nach gewünschtem Geschmack kann aber auch ein anderer Saft etc. verwendet werden.
    Phase 2 – So verpackt werden die Rippchen jetzt 2 Stunden bei 150°C gedämpft
  6. Sind die 2 Stunden vergangen, nehmt die Ribs vorsichtig aus dem Behälter – achtet dabei darauf, das sie euch nicht auseinanderfallen!
    Stellt die Temperatur in eurem Grill wieder auf 110°C ein und legt die Leitern auf. Bestreicht sie großzügig mit eurer BBQ Soße und lasst sie für ca. 30 Minuten anziehen. Im Anschluss pinselt ihr noch eine Lage Soße auf die Ribs und lasst sie für weitere 30 Minuten auf dem Grill

Wenn alles richtig gelaufen ist, solltet ihr jetzt herrlich glänzende, saftig, zarte Spareribs von eurem Grill „ernten“ können 🙂

In diesem Sinne, viel Spaß beim Nachmachen und lasst sie euch schmecken!

*Kleiner Nachtrag: Traut euch ruhig etwas mit den Geschmäckern zu experimentieren. Eine meiner liebsten Versionen, sind die gekräuterten Ribs. Hierzu habe ich die Leitern nicht mit einem Rub massiert sondern zusammen mit Rosmarin, Thymian, Knoblauch, Chili, Zitronenschale, Pfeffer und Salz und ein wenig Zucker Vakuumiert und ziehen lassen.
Die Zubereitung läuft genau wie oben beschrieben, allerdings solltet ihr zum Glasieren keine normale BBQ Soße nehmen. Ich habe mir für die Glasur einen Sud aus den oben genannten Zutaten gekocht, dann Honig in einem Topf karamellisieren lassen, mit dem Kräutersud abgelöscht, abgeschmeckt und mit ein wenig Speisestärke abgebunden. Damit dann in Phase 3 die Spareribs glasiert!
Nicht typisch amerikanisch, aber durchaus sehr lecker.
Für das Dämpfen könnt ihr hier auch entweder den Apfelsaft verwenden, oder eine Mischung aus Apfelsaft und einem fruchtig-lieblichen Weißwein!

By Michl

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